🧨 „Vergessen ist menschlich. Aber nur manche dürfen’s sein.“
- 4. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit
Wenn eine Pflegekraft fällt – und niemand sie auffängt.
Sie war eine von denen, auf die man sich verlassen konnte.
Die mitdenkt, bevor jemand fragt. Die mitfühlt, bevor jemand klagt.
Und genau deshalb ist das, was ihr passiert ist, so bitter:
Nicht weil sie versagt hat –
sondern weil das System versagt hat, als sie einen Moment lang nicht perfekt war.
Sie war keine, die sich in den Vordergrund drängte.Eher leise. Zart im Ton. Und doch unermüdlich im Dienst.Immer da, wenn jemand Hilfe brauchte. Immer bereit, die Extrameile zu gehen –für die Bewohner, für das Team, für die Angehörigen.
An diesem Tag war sie wieder mal alleine auf der Station.Zwei Krankmeldungen. Eine Kollegin kurzfristig abgezogen.Drei Pflegestufen 4, zwei Demenzfälle, ein Neuaufnahmegespräch.Und dann war da noch die Dokumentation. Und das Abendessen. Und der Dienstschluss,der nie einer war.
Irgendwo zwischen all dem – hat sie ein Medikament vergessen.Nur eine Tablette. Ein Routinepräparat.Keine lebensbedrohliche Situation. Kein Schaden.
Aber in der Pflegedokumentation – war es ein Fehler.
Am nächsten Morgen gab’s eine Rückfrage. Am übernächsten eine offizielle Stellungnahme.Und kurz danach – eine Abmahnung.
Nicht der Hinweis, dass die Station ständig unterbesetzt war.Nicht das Eingeständnis, dass niemand ihre Sorgen ernst nahm.Nicht die Frage, wie es ihr überhaupt ging.
Nur das Protokoll. Und der Zeigefinger.Richtung: unten.
Diese Geschichte ist kein Einzelfall.Ich kenne so viele Frauen, die wie sie arbeiten:Mit Herz, Verstand, Pflichtgefühl –und unter Bedingungen, bei denen andere längst hingeschmissen hätten.
Sie haben gelernt, zu funktionieren.Zu schlucken.Und am Ende mit einem Schuldgefühl heimzugehen, das ihnen nicht gehört.
Denn der eigentliche Fehler liegt woanders:In Systemen, die Menschen verplanen wie Maschinen,und sich dann wundern, wenn etwas durchrutscht.
Ich wünsche mir eine Pflege – und überhaupt eine Arbeitswelt –in der nicht mehr die Kleinsten die größte Last tragen. In der Fehler analysiert werden, statt nur „adressiert“. In der Teams gestärkt werden – nicht abgewertet.Und in der Verantwortung getragen wird – nicht nur abgewälzt.
Denn: Wer jeden Tag mit Menschen arbeitet,trägt automatisch eine Bürde, die schwerer wiegt als Zahlen in einer Tabelle.
Und wer diese Bürde nicht anerkennt,hat in der Verantwortung nichts verloren.
🐾 Krümels Kommentar:
„Also ich vergess auch mal was.Aber Mama schimpft nicht.Sie sagt: ‚Krümel, du bist halt keine Maschine.‘Vielleicht brauchen manche Menschen auch so einen Blick.Oder ein bisschen mehr Katzenverstand.“ 😼
Kennst du das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben –obwohl du nur zu viel auf einmal tragen musstest?
Dann lass es nicht in dir stecken.Erzähl deine Geschichte.Denn still zu sein heißt nicht, es verdient zu haben.Und stark zu sein heißt nicht, alles allein tragen zu müssen.





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