Ich war dann mal weg – aber mein Leuchtturm steht noch!
- 23. Juni
- 5 Min. Lesezeit
Du kennst das vielleicht auch, wenn eigentlich nur eine Kleinigkeit passiert, so eine technische Sache, die andere Menschen wahrscheinlich mit drei Klicks lösen würden, während man selber davor sitzt wie Krümel vor einer verschlossenen Leckerli-Schublade und denkt: „Ja mei, wer hat denn jetzt wieder den Schlüssel versteckt?“
Bei mir war es die Aufrüstung meines PCs.
Eigentlich ja was Gutes.
Mehr Leistung, mehr Möglichkeiten, alles wieder ein bisschen flotter, weniger Geruckel, weniger Technik-Geduldsspiel, bei dem man zwischen zwei Mausklicks noch schnell einen Kaffee kochen könnte.
Aber wie das Leben halt manchmal so spielt, war danach nicht nur der PC neu sortiert, sondern auch mein Zugang zu meiner Blogseite irgendwie weg.
Und statt mich gleich hinzusetzen, zu suchen, zu probieren, Passwort zurückzusetzen und das Ding wieder herzurichten, hab ich es vor mir hergeschoben.
Erst einen Tag.
Dann eine Woche.
Dann war Winter.
Und dann war ich, ganz ehrlich gesagt, auf Social Media verschwunden.
Nicht verschwunden im Sinne von weg, sondern eher so: Ich war überall ein bisschen, nur nicht dort, wo mein eigener Leuchtturm eigentlich weiterleuchten sollte.
Ich hab gepostet, kommentiert, gelesen, mich ausgetauscht, gelacht, manchmal den Kopf geschüttelt, manchmal gedacht „mei, da müsste man eigentlich was dazu schreiben“, und zack, schon war wieder ein Tag rum, und mein Blog stand da wie ein kleines Häuschen mit geschlossenen Fensterläden.
Nicht vergessen.
Aber still.
Und weißt du, früher hätte ich mich dafür wahrscheinlich richtig fertiggemacht.
Da wäre sofort diese alte Stimme gekommen, die sagt: „Siehst du, wieder nicht durchgezogen. Wieder angefangen und liegenlassen. Wieder zu langsam. Wieder zu unorganisiert.“
Kennst du diese Stimme auch?
Diese innere Meckerziege, die sich ungefragt auf den Küchentisch setzt, mit den Hufen auf die To-do-Liste klopft und meint, sie müsse jetzt mal ganz streng nachzählen, was alles nicht erledigt wurde?
Heute höre ich sie zwar noch, aber ich glaube ihr nicht mehr alles.
Denn ganz ehrlich: Das Leben ist kein sauber sortierter Aktenordner, wo alles hübsch gelocht, beschriftet und chronologisch abgeheftet ist.
Manchmal ist das Leben eher wie ein Schreibtisch mit Katzenbeteiligung.
Du legst dir alles schön hin, willst strukturiert starten, und dann kommt Krümel, setzt sich mitten drauf, schaut dich mit seinen gelben Augen an und sagt praktisch ohne Worte: „Prioritäten, Mama. Erst streicheln, dann Welt retten.“
Und so war es bei mir auch.
Der Blog war nicht weg, weil er mir egal war.
Er war nur verschüttet unter Technik, Alltag, Winter, Frühling, Social Media, Gedanken, Müdigkeit und diesem kleinen inneren „ach, das mach ich morgen“, das sich manchmal anfühlt wie ein harmloser Satz, aber heimlich ein ganzes Winterquartier baut.
Jetzt bin ich wieder drin.
Und das fühlt sich tatsächlich größer an, als es von außen aussieht.
Weil es nicht nur bedeutet: „Ah, Passwort gefunden, Zugang klappt wieder.“
Es bedeutet für mich: Ich öffne wieder meine eigene Tür.
Nicht nur die Tür zu einer Webseite, sondern die Tür zu meinem Platz, an dem ich erzählen kann, warum ich überhaupt losgegangen bin.
Warum ich Frauen 50+ mit Katzen erreichen möchte.
Warum ich glaube, dass wir nicht einfach sagen müssen: „Na ja, jetzt ist halt alles wie es ist.“
Warum ich so fest daran glaube, dass es noch Wege gibt, auch wenn man schon einiges hinter sich hat, vielleicht gesundheitlich nicht mehr alles kann wie früher, vielleicht finanziell oft genug klein gerechnet hat, vielleicht zu lange funktioniert hat, weil es eben musste.
Und warum ich meinen Weg nicht als Glitzer-Versprechen sehe, nicht als „morgen reich und übermorgen Yacht“, sondern als ehrlichen, langsamen, echten Weg.
Mit Geduld.
Mit Dranbleiben.
Mit Lernen.
Mit Stolpern.
Mit Wiederaufstehen.
Und manchmal eben auch mit Passwort vergessen.
Oder Zugang verlieren.
Oder Winterpause.
Mei, sind wir Menschen oder Maschinen?
Gerade wir Frauen, die schon so viel getragen haben, Familien, Jobs, Sorgen, Tiere, Rechnungen, Arzttermine, Umzüge, Erwartungen und diese unsichtbare Liste im Kopf, die nie wirklich Feierabend macht, wir dürfen auch mal stehenbleiben.
Aber wir müssen nicht stehenbleiben.
Das ist der Unterschied.
Ich war jetzt a weng weg von meinem Blog.
Aber nicht weg von meiner Vision.
Die war da.
Die hat nur unter der Winterdecke geschnurrt und gewartet, bis ich wieder den Mut finde, die Fensterläden aufzumachen.
Und jetzt steht er wieder da, mein kleiner digitaler Leuchtturm.
Vielleicht noch nicht perfekt.
Vielleicht noch nicht mit allem, was ich mir vorgenommen habe.
Vielleicht wird auch nicht jeder Beitrag glatt gebügelt und hochprofessionell daherkommen, weil das einfach nicht mein Weg ist.
Mein Weg ist ehrlicher.
Ein bisschen plaudrig.
Manchmal mit Bauchgefühl.
Manchmal mit Krümel-Kommentar im Hinterkopf.
Manchmal mit einem Satz, der länger wird, als er geplant war, weil halt unterwegs noch drei Gedanken mit einsteigen wollten.
Aber genau so bin ich.
Und vielleicht ist genau das auch das, was du hier finden wirst, wenn du meinen Blog liest.
Keine Hochglanzfassade.
Kein „bei mir läuft immer alles“.
Kein „du musst nur positiv denken, dann regnet es Katzenfutter und Kontostand“.
Sondern echte Geschichten von einer Frau, die mit über 60 immer noch sagt: Zu spät ist es erst, wenn der Deckel drauf ist.
Von einer, die weiß, wie es ist, wenn das Geld knapp ist.
Von einer, die weiß, wie es ist, wenn der Körper nicht mehr brav alles mitmacht.
Von einer, die weiß, wie sehr man seine Katzen liebt und trotzdem manchmal denkt: „Bitte heute keine Tierarztrechnung, mein Nervenkostüm hängt schon auf halb acht.“
Und von einer, die trotzdem nicht aufhört, nach Lösungen zu suchen.
Für sich.
Für ihre Familie.
Für ihre Katzen.
Und vielleicht auch für dich.
Denn vielleicht kennst du dieses Gefühl auch, dass du eigentlich wieder irgendwo einsteigen möchtest, aber es vor dir herschiebst.
Vielleicht ist es bei dir kein Blog.
Vielleicht ist es ein Traum.
Ein Gespräch.
Eine Entscheidung.
Ein neuer Weg.
Ein altes Hobby.
Ein Plan, den du schon viel zu lange in der Schublade liegen hast.
Vielleicht sagst du auch schon seit Wochen oder Monaten: „Ja, müsste ich mal.“
Und vielleicht ist heute nicht der Tag, an dem alles perfekt wird.
Aber vielleicht ist heute der Tag, an dem du wieder die Tür aufmachst.
Nur einen Spalt.
Gerade so weit, dass wieder Licht reinkommt.
Ich fang hier wieder an.
Mit meinem Blog.
Mit meinem Leuchtturm.
Mit Herz.
Mit Katze.
Und mit der festen Überzeugung, dass wir Frauen 50+ noch lange nicht fertig sind, nur weil irgendeine Zahl im Ausweis meint, sie müsse jetzt besonders wichtig tun.
Wenn du magst, begleite mich auf diesem Weg weiter, lies mit, fühl dich angesprochen, schmunzle mit mir, denk mit mir nach und vielleicht findest du zwischen meinen Zeilen ja auch ein kleines Licht für deinen eigenen nächsten Schritt.
Denn mei, manchmal ist der Anfang gar nicht so groß.
Manchmal ist er einfach nur: wieder einloggen.
Und weiterschreiben.
#Frautark50plus #Leuchtturmfrau #SelbstbestimmtmitHerzundKatze #Neuanfang #MutstattMagenweh #HerzmitKatze





Kommentare