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🧡✨ Krümel und die Lichtpfote – Teil 1: Die verschwundene Sonne

  • 9. Nov. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Eine Geschichte in 3 Teilen


Über dem Haus am Rabenbühl lag ein sonderbarer Morgen.Der Himmel war trüb, obwohl die Wetter-App Sonne versprochen hatte, und selbst die Vögel auf dem alten Kirschbaum zwitscherten ein wenig matter als sonst. Mama – meine Ursel – stand am Fenster mit ihrem Glas Zaubertrank, der sonst wie flüssiges Sonnenlicht schimmerte. Doch heute war er blasser, fast farblos.



Ich saß auf dem Küchentisch, den Schwanz ordentlich eingerollt, und beobachtete, wie sie einen Schluck nahm.Sie runzelte die Stirn. „Komisch“, murmelte sie, „heute schmeckt er gar nicht nach Aufbruch.“



Und in diesem Moment bemerkte ich es:Ein kleiner Schimmer, kaum größer als ein Staubkorn, glitt aus dem Glas, taumelte kurz in der Luft – und erlosch. Kein Glitzern, kein Funken, kein Lächeln von Alursra.

Ich sprang auf, denn wenn meine Lichtbotin nicht auftauchte, war etwas faul.Der Raum fühlte sich dumpfer an, das Licht stumpf, und selbst das alte Windspiel im Fenster hing still, als hätte es vergessen, dass Wind überhaupt existiert.



Ich tappte zum Glas, schnupperte, und da – ganz am Boden – sah ich es: einen winzigen, grünen Funken, der um Hilfe flackerte.



„Krümel!“Die Stimme war kaum mehr als ein Hauch, aber ich erkannte sie sofort.Alursra!

Ich tauchte meine Pfote ins Glas – was übrigens klebriger ist, als es aussieht – und als ich sie wieder herauszog, hing der Funken daran.Ein Lichtblitz, ein Summen – und da war sie.Winzig, blass, die Flügel halbtransparent.



„Was ist passiert?“ miaute ich erschrocken.

„Das Licht...“ flüsterte sie. „Es ist gestohlen worden. Die Sonne über dem Rabenbühl wurde gefangen – von der Dunkelkatze.“

Ich setzte mich hin, das Fell stellte sich leicht auf.„Dunkelkatze?“

Alursra nickte schwach. „Eine uralte Gestalt. Sie lebt in den Schatten zwischen den Häusern, dort, wo Licht zu Angst wird. Sie sammelt verlorene Strahlen – das Licht, das Menschen in sich tragen, wenn sie Hoffnung verlieren. Heute Nacht war sie hier… sie hat den Funken der Sonne gestohlen.“



Ich blickte zu Mama, die gerade am Fenster saß, gedankenverloren, das Glas in der Hand. Ihr Blick war fern, wie einer, der in Erinnerungen verloren ist.„Wenn sie das Licht nicht zurückbekommt“, sagte Alursra leise, „verblasst auch die Kraft eures Hauses. Das Herz am Rabenbühl braucht Glanz.“

Ich überlegte kurz. „Also, wir holen die Sonne zurück. Wo ist diese Dunkelkatze?“

Die Fee lächelte schwach. „Im alten Wald, dort, wo die vergessene Mühle steht. Aber du musst aufpassen, Krümel – sie lockt mit Zweifeln. Nur wer sein inneres Licht kennt, findet den Weg hinaus.“

Ich streckte mich. „Klingt nach Spaß.“



Und ehe sie etwas erwidern konnte, tappte ich los – durchs Flurfenster hinaus in den Garten, über das feuchte Gras, vorbei am alten Apfelbaum, der im Dämmerlicht fast schwarz wirkte. Hinter mir glomm Alursra auf, stärker, als sie dachte, und flog mir hinterher.

Der Weg in den Wald war still. Kein Vogel, kein Wind. Nur das Knirschen meiner Pfoten im feuchten Laub. Je tiefer wir gingen, desto grauer wurde das Licht. Selbst ich, der sonst Nacht und Schatten liebt, spürte, wie sich eine Kälte ins Herz schlich.


Und dann, plötzlich, sah ich sie:Die Dunkelkatze. Groß, schattenhaft, mit Augen so schwarz, dass sie keine Reflexion kannten. In ihren Pfoten hielt sie etwas Rundes, Glühendes – den Sonnenfunken.

„Na, wer wagt sich hierher?“ schnurrte sie, und ihre Stimme klang wie das Rascheln alter Blätter. „Ein Hauskater? Oder ein Möchtegern-Held?“


Ich stellte das Fell auf. „Ich bin Krümel vom Rabenbühl, Hüter des Lichts, Gesandter der Zauberfrau Ursel – und ich will, was du gestohlen hast.“

Sie lachte, tief und leise. „Das Licht gehört denen, die es sich nehmen. Deins ist zu klein, um mich zu blenden.“



Ich atmete tief. Da war sie, die Dunkelheit.Aber irgendwo in mir flackerte etwas auf – eine Erinnerung. An Mama, wie sie lacht. An Roland, wie er sie anschaut, still und warm. An Abende voller Kerzenlicht und Katzenschnurren, wo draußen die Welt tobt und drinnen einfach Frieden herrscht.

Ich sah Alursra an – sie nickte.„Lass dein Herz leuchten, Krümel. Das Licht der Leuchtturmfrau steckt längst in dir.“


Ich schloss die Augen, konzentrierte mich – und plötzlich glühte mein Fell. Erst schwach, dann heller, orange und grün zugleich. Das Licht breitete sich aus, wärmte den Boden, die Luft, selbst die Bäume.

Die Dunkelkatze fauchte, stolperte zurück. Der Funken entglitt ihren Pfoten und rollte zu mir.Ich berührte ihn mit der Nase – und alles wurde hell.



Als ich die Augen wieder öffnete, lag ich im Garten, das erste Sonnenlicht streichelte mein Fell. Mama stand in der Tür, den Zaubertrank in der Hand, und lachte.„Na, du Glühwürmchen? Wieder draußen übernachtet?“



Ich gähnte, streckte mich – und bemerkte an meiner Pfote ein winziges, goldenes Symbol: eine kleine Katze mit Herz, die einen Leuchtturm umschlingt.

Alursra schwebte neben mir, strahlend und wieder stark.„Das ist die Lichtpfote, Krümel. Sie wird Ursel erscheinen, wenn sie das nächste Armband fertigt. Der Leuchtturm für die Frauen, das Herz für die Liebe, das Grün für die Hoffnung, das Orange für die Kraft. Das Licht ist zurück – und die Sonne lacht wieder über dem Rabenbühl.“



🐾 Krümel-Kommentar:„Also ehrlich – was manche Katzen mit der Sonne anstellen, nur weil sie nachts frieren! Aber immerhin: Jetzt gibt’s ein neues Armband, und ich hab mir das Fell ein bisschen aufgeladen. Orange steht mir, oder?“ 😸🧡🌿



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